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Gelebte und liebvoll gepflegte Automobil- und Motorradgeschichte



30. Braunsberg Bergwertung des ESCC

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Restaurationsprojekt

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Vespa SS90 Baujahr 1966

Die Geschichte der SS 90

Das neue Vespamodell, das im Jahre 1966 die Werkshallen in Pontedera verließ, war mehr als ungewöhnlich.

Das Beinschild war schmaler als üblich, der Lenker war radikal verkürzt und das Motorgeräusch wurde durch den später sogenannten "Bananenauspuff" eher verstärkt als gedämpft. Ein absolutes Novum war jedoch die "Toolbox". Das tankähnliche Blechgebilde versperrte, zusammen mit dem auf einer Schiene stehenden Reserverad, erstmals seit Menschengedenken den rollertypischen Durchstieg in der Mitte des Fahrzeugs.

Dem Betrachter der Rennsemmel sollte sofort klar werden, daß er etwas Besonderes - bzw. besonders schnelles - vor sich hat. Die zeitgenössische Werbung prahlte: "75 km/h mit einer Person!" und zeigte auch gleich die bei dieser Geschwindigkeit einzunehmende Körperhaltung. Als Super Sprint-Fahrer hatte man möglichst weit hinten zu sitzen und den Oberkörper auf dem "Rennkissen" zu plazieren. Es soll Fahrer gegeben haben, die, solchermaßen verkrümmt, bis zu 85 km/h schnell wurden. Da man sich in den heiligen Hallen der Firma Piaggio sicher war, mit der SS 50 die Geheimwaffe gegen die schwindenden Absatzzahlen in der Hand zu haben, warf man zusätzlich die SS 90 auf den Markt, die es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 93 km/h bringen sollte. Der heißgemachte 90 ccm Motor übertraf damit sogar die Leistung der 125 Primavera, die es bei 125 ccm auf eine Höchstgeschwindigkeit von "nur" 85 km/h brachte.

Die Rechnung der Italiener ging jedoch nicht auf. Ob die Mischung aus Roller und Motorrad zu gewagt war oder ob der typische Rollerfahrer nicht auf den freien Durchstieg verzichten wollte, kann man wohl im Nachhinein nicht mehr sagen. Tatsache ist, daß die "Super-Sprint" - Modelle wie Blei in den Verkaufsräumen standen. Kaum einer wollte sie haben. Und wenn, war die erste Maßnahme der frischgebackenen Besitzer oft die Entfernung von Reserverad und Toolbox. Wenn man damals schon geahnt hätte, in welchen Preisregionen sich das wohl rarste Vespa-Ersatzteil 30 Jahre später bewegen würde... .

Quelle d. Angaben: Bedienungsanleitung



Technische Daten

Werksangaben - Bemerkungen
Fahrgestellnummer / V9SS1T
Motornummern / V9SS1M
Typenbezeichnung - -
Typennummer - -
Motor / Einzylinder - Zweitaktmotor m. Drehschieber
Hubraum / 88,5 ccm
Bohrung / 47 mm
Kolbenhub / 51 mm
Verdichtungsverhältnis / 1 : 8,7
kw/PS - -
Zündung / - -
Zündkerze / Bosch W 240 T1; Marelli CW 240 N, Champion L 86; AC 42 F
Vorzündung / 19 Grad +/- 1 Grad v.o.T.
Kontakteinstellung (höchste Öffnung der Kontakte) 0,3 - 0,5 mm
Die Öffnung der Unterbrecherkontakte muß beginnen, wenn das Ende der Zündspule von den entsprechenden Polschuhen 2 - 4 mm entfernt ist.
Vergaser / Dell´Orto
Höchstgeschwindigkeit / 93 km/h
Kupplung / im Ölbad
Getriebe / 4-Gang
Übersetzungsverhältnis (Motor-Rad) /
1. Gang / vitesse / 1: 14,74
2. Gang / vitesse / 1: 9,80
3. Gang / vitesse / 1: 7,06
4. Gang / vitesse / 1: 5,31
Getriebeöl / SAE 30
Schaltung / Drehgriff
Elektrische Anlage / 6 V
Batterie / keine
Elektrostarter / keiner
Scheinwerfer / 6 V, 105 mm, Bilux Birne 25/25 W (Fern- und Abblendlicht)
Blinkanlage / signaleur / indicator Lenkerendenblinker bei der deutschen Version, 6 V / 18 Watt Sofitten
Rücklicht / feu arrière / back light 6 V / 5 W
Bremslicht / feu stop / stop light 6 V / 10 W
Hupe / claxon / horn 6 V Wechselstrom
Tachometerbeleuchtung / - -
Federung / - -
Bereifung / 3.00 x 10" auf Felge 2.10"
Luftdruck vo./hi. / 1,25 atü/1,6 atü (Fahrer allein)
hinten 2,3 - 2,5 atü mit 2 Personen
Radstand / 1160 mm
Gesamtlänge / 1650 mm
Maximale Breite am Lenker / 550 mm
Maximale Höhe / 1000 mm
Höhe d. Fußrasten v. Boden / 225 mm
Wendekreis / 1650 mm
Tankinhalt / 5,6 l davon 1 l Reserve
Öltank / keiner (Gemischschmierung) -
Normverbrauch / 2,6 l (Cuna Norm / Normes CUNA)
Mischungsverhältnis / 1:50
Reichweite / 220 km
Leergewicht / 77 kg
Gesamtgewicht / Fahrer und Sozius und 10 kg Gepäck
Seitenhauben fest
Reserverradhalterung / im Durchstieg in Fahrtrichtung montiert
Sitzbank/ Der Sattel ist nicht identisch mit den Sätteln der N-50 - Modelle, da sich das Scharnier entweder am hinteren Ende oder seitlich befindet. Als Ersatzteil nicht zu bekommen.

Quelle d. Angaben: Bedienungsanleitung